Was ist das? Es raschelt abends durch meinen Garten und frisst laut schmatzend einen langen Regenwurm. Genau! Es ist ein kleiner Igel. Schnüffelnd hebt er seine Nase. Er sucht nach einem dicken Ohrwurm. Denn den mag er am liebsten. Stattdessen findet er eine kleine Spinne. Zack! Bevor sie weglaufen kann, landet sie in seinem Bauch.
Hast auch du schon einen Igel gesehen? Ja? Das wundert mich nicht. Denn immer mehr Igel wohnen in der Nähe von Menschen. Das ist deshalb so, weil der Mensch selbst die natürlichen Lebensräume der Igel zerstört. Deshalb suchen sich die kleinen Raschelbeine einen Unterschlupf in großen Parks und kleinen Gärten. Dort schlafen sie unter Hecken, in dichtem Gebüsch oder an einem Gartenzaun.
Der kleine Igel in meinem Garten ist gerade sechs Wochen alt geworden. Ab dieser Zeit sind Igelkinder schon auf sich allein gestellt. Sie müssen ohne die Hilfe ihrer Mutter nach Käfern, Larven und Schnecken suchen. Doch auch Insekten, kleine Spinnen, Samen und Nüsse schmecken ihnen gut.
Ich habe den kleinen Igel in meinem Garten Rudi getauft. Rudi ist jetzt mein bester Freund. Noch ist er ein wenig klein. Deshalb muss er tüchtig futtern. Denn für den Winter braucht er noch ein dickes Polster unter seinem Stachelkleid. Das Polster dient ihm als Kälteschutz in frostigen Tagen und als Nahrungsvorrat. Weißt du, warum? Genau, weil Rudi im November in einen tiefen Winterschlaf fallen wird.
Mein kleiner Freund wird dann zirka 3000 Stunden schlafen. Das sind 125 Tage. Ganz schön viel. Erst, wenn die ersten Sonnenstrahlen sein Versteck auf mehr als 15 Grad erwärmen, wird er wieder wach. Dann kann Rudi wieder durch meinen Garten rascheln, fauchen und puffen. Zusammen werden wir dann Verstecken spielen. Ach, das wird schön!
Möchtest auch du einen Igel in deinem Garten haben? Dann musst du folgendes tun:
Zuerst suchst du welkes Laub, Äste und Gestrüpp. Diese stapelst du ein einer Ecke deines Gartens auf. Das ist für Igel wie Rudi der ideale Unterschlupf. Genauso gern mögen Igel Haufen aus altem Kompost. In beiden Fällen bietest du Deinem Igel nicht nur eine Wohnung, sondern auch gleich Nahrung an. Denn in altem Laub oder in Kompost tümmeln sich Würmer und Käfer. Wie du einen weiteren Igelunterschlupf bauen kannst, erfährst du hier.
Darfst du Deinen Igel füttern?
Wenn du einen sehr dünnen Igel findest, darfst du ihn füttern. Am liebsten mag er Hunde- und Katzenfutter, Rosinen und Rührei ohne Salz. Du kannst ihm auch Nüsse oder gekochte Möhren und Kartoffeln servieren. Doch beides mögen Igel nur ungewürzt. Das Essen stellst du deinem Igel in sein Haus. Am nächsten Morgen musst du die Überreste des Futters entsorgen, damit der Bau deines Igels immer sauber bleibt.
Was kriegt dein Igel zu trinken?
Igel trinken am liebsten Wasser. Bitte gib ihnen nie ein Schälchen Milch! Igel mögen Milch sehr gern. Sie können diese aber nicht verdauen. Von Milch bekommen die kleinen Raschelbeine Durchfall und werden krank. Am liebsten mögen es Igel, wenn du ihnen eine kleine Vogeltränke mit Wasser in Deinen Garten stellst. So haben sie ihre eigene Wasserquelle und verdursten auf keinen Fall.
Darf dein Igel mit zu dir ins Haus?
Einen gesunden Igel solltest du nicht mit zu dir nach Hause nehmen. Denn dort ist es für die kleinen Raschelbeine viel zu warm. Wenn es nicht kalt wird, können Igel wie Rudi keinen Winterschlaf halten. Und auch das kommende Frühjahr wird dann für sie sehr schwer. Da du sie immer gefüttert hast, sind sie es nicht mehr gewohnt, lebendige Nahrung zu finden. Zusätzlich entlassen viele Igelfinder ihre Tiere zu spät aus ihrem Haus. Dann sind die besten Reviere bereits von anderen Igeln besetzt und die Igel müssen sehr weit weg.
Vor welchen Feinden musst du deinen Igel schützen?
Igel haben wenig natürliche Feinde. Zu ihnen gehören der Iltis, der Fuchs, der Dachs und der Uhu. Diese Tiere kommen in unseren Gärten eher selten vor. Der Hauptfeind der Igel ist der Mensch. Das glaubst du mir nicht? Etwa 500.000 Igel sterben pro Jahr, weil sie überfahren werden. Andere Igel fallen in Kellerschächte und Gräben hinein. Von dort finden sie nicht mehr heraus. Andere Igel werden durch Gifte im Garten getötet oder beim Verbrennen von Gartenabfällen nicht gesehen. Rasenmäher können einen Igel, der sich unter einer Hecke versteckt hat, tödlich verletzten. Deshalb pass gut auf deinen Igel auf!
Was machst du mit einem kranken Igel?
Ein Igel ist krank, wenn er sehr dünn und abgemagert ist. Es sieht dann so aus, als wäre ihm sein Stachelkleid einige Nummern zu groß. Beobachte deinen Igel genau. Wenn sich an seinem Verhalten etwas ändert, könnte er ebenfalls krank sein. Liegt er am hellerlichten Tag in der Sonne statt in seinem Versteck, so stimmt mit ihm etwas nicht. Solltest du Verletzungen oder offene Wunden an deinem Igel entdecken, so ist er ebenfalls krank. In all diesen Fällen gehst du mit deinem Igel zum nächsten Tierarzt oder in die nächste Igelstation.